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REAKTIONEN

JUBEL FÜR "ROSA WOLKEN" IN BAIERSDORF ...  Die Zuschauer waren aus dem Häuschen, spendeten nicht nur immer wieder Szenenbeifall sondern spendeten am Ende minutenlangen euphorischen Beifall mit Bravorufen.

 

Erlangen - Eine Bombe platzt zu Weihnachten - Die Theatergastspiele Fürth mit der schrillen Komödie "Rosa Wolken" in Baiersdorf. Turbulent und weihnachtlich: In der Jahnhalle Baiersdorf hat in der neuen Abo-Reihe der Theatergastspiele Fürth die Komödie "Rosa Wolken" das Publikum amüsiert. Weihnachten steht vor der Tür, das Fest der Liebe. Also, lasst uns froh und munter sein! Oder so ähnlich, denn wer kennt ihn nicht, den Weihnachtsstress. Da gibt es allerlei Fragen zu klären, von der Bespaßung der nervigen Schwiegermutter bis hin zum richtigen Verhältnis von Lametta und Weihnachtsbaum. Bei so viel Problemfaktoren ist es da manchmal schwerer, in die richtige Festtagsstimmung zu kommen. Wer jedoch in der Jahnhalle Baiersdorf die Komödie "Rosa Wolken" besucht, hat Glück: Dort wird man mit viel Humor auf den familiären Weihnachtswahnsinn eingestimmt.

Ehepaar Alex und Leo haben es nicht leicht: Nicht nur, dass ihre Beziehung gerade eine Krise durchlebt, nein, jetzt kündigen sich auch noch Leos Verwandte über die Feiertage an. Und die Familie könnte anstrengender nicht sein. Da gibt es die Dramaqueen-Schwester, die zynische Mutter, die ein Problem mit der gleichgeschlechtlichen Beziehung ihres Sohnes hat. Und dann ist da noch Papa Günther, der ausgerechnet zu Weihnachten eine Bombe platzen lässt.

In Folke Brabands Stück "Rosa Wolken" wird das Publikum mit einer nicht ganz so alltäglichen Familie konfrontiert, die sich mit allerlei Problemen am Heiligabend herumschlägt. Und dabei wollen Leo und Alex doch nur feierlich beim Rinderbraten zusammenkommen. Hauptfigur Leo, gespielt von Hubertus Grimm, kommentiert dabei das Geschehen auf der Bühne immer wieder aus  der Distanz. Mit seinem magischen Smartphone spult er die Handlung eingenmächtig vor und zurück.

"Leo wir haben ein Problem!", ist der Standartsatz des Abends, denn die verkorkste Familie lässt dem Comichzeichner keine ruhige Minute. Selbst etwas ganz Triviales wie die richtige Menge Lametta am Weihnachtsbaum und der mütterliche Kartoffelsalat gipfeln hier in einer mittelschweren Familienkrise.

Die hochkarätige Besetzung der Weihnachtskomödie, bestehend aus deutschen TV-Stars, sorgen in der Jahnhalle Baiersdorf für durchwegs gute Unterhaltung. Besonders deshalb, weil die Protagonisten das Publikum immer wieder lakonisch in ihre Nörgeleienn miteinbeziehen. Die knapp 300 Besucher amüsieren sich zu Recht über schrullige Outfits, hässliche Weihnachtssterne und das schief-gesungene "Oh Tannenbaum". Spätestens das fulminante Lametta-Finale entlässt die Zuschauer heiter und bestens für den eigenen, familiären Weihnachtsstress gewappnet."

Erlanger Nachrichten, Marina Hochholzner, 18.11.2016

 

Delmenhorst - Komödie „Rosa Wolken“ legte menschliche Schwächen zur Weihnachtszeit liebevoll offen - Meisterhaft bediente Klischees - Das ganze Jahr lebt man nebeneinander her, dann kommt das Fest der Liebe. Alle hoffen auf friedliche Stunden, stattdessen platzt eine Bombe nach der anderen. Während so ein Szenario im heimischen Wohnzimmer tragisch enden kann, ist es im Theater für ein herrlich aufspielendes Ensemble ein gefundenes (Weihnachts-)Fressen. Viel Spaß hatten die Zuschauer am Sonntag im Kleinen Haus bei der turbulenten Komödie „Rosa Wolken“, die die Theatergastspiele Fürth präsentierte. Autor Folke Braband bedient in seiner Komödie jede Menge Klischees, das aber meisterhaft, sodass es weder lächerlich noch flach wurde. Zudem überrascht Braband die Zuschauer damit, dass einer der Schauspieler zwischen seiner Figur Leo und einer Moderatorenrolle hin- und herwechselt. Hubertus Grimm gelang dieser Spagat überzeugend. In Sonnyboymanier brach er sofort das Eis, als er das Publikum mit einem lockeren „Guten Abend“, das spontan erwidert wurde, begrüßte. Zudem gab Grimm Einblicke in die Gefühlswelt seiner Figur, Hintergrundinformationen über die anderen Protagonisten und sorgte mit ruhiger Erzählstimme dafür, dass das teilweise turbulente Geschehen nicht ausuferte. Außerdem war der 36-Jährige so flexibel, auf Zuschaueräußerungen einzugehen. War Grimm als Leo im Einsatz, spielte er facettenreich, ließ sich nicht nur auf das Schwulsein festlegen. Leo und sein Lebenspartner Alex haben es am Heiligen Abend nicht einfach. Wie jedes Jahr fällt Leos Familie im wahrsten Sinne des Wortes über das Paar her. Während Leo es nicht wagt, Grenzen zu ziehen, erträgt Alex die Demütigungen von Leos ach so vorurteilsfreier Mutter. Er muckt zwar manchmal auf, schreckt aber aus Liebe zu seinem Partner vor dem großen Bruch zurück. Chris David Gebert bediente einerseits das Schwulenklischee mit einer herrlich schrägen Protestkostümierung, auf der anderen Seite kämpfte er überzeugend für Alex' Kinderwunsch. Als wahre Weihnachtscrasherin erwies sich Johanna Liebeneiner. Sie gab Leos Mutter Edda mit einer Urgewalt, gegen die ein Rasenmäher wie ein Streichelkätzchen wirkt. Edda darf man nicht kritisieren, dafür teilt sie aber gnadenlos aus. „Sie drückt gern mal ein Auge zu, um besser zielen zu können“, charakterisiert Leo als Moderator seine Mutter. Natürlich scheint sie auch nicht zu merken, dass ihr Ehemann Günther die ständigen Bevormundungen satt hat und sich von ihr trennen will. Nach der Eröffnung fällt sie in Ohnmacht und redet nach ihrer Rückkehr aus dem Krankenhaus alle platt, um der Wahrheit nicht ins Auge blicken zu müssen. Man hatte volles Verständnis für den sanftmütig wirkenden Günther (Holger Franke als Sympathieträger für unterdrückte Ehemänner), der es in fast 40 Jahren nicht fertiggebracht hat, seiner Gattin zu sagen, dass er ihren Kartoffelsalat verabscheut, von dem Edda glaubt, dass ihr Gatte sich Weihnachten ohne ihn nicht vorstellen kann. Weiteren Schwung in die Handlung brachte Julika Wagner als Leos Schwester Nicola. Völlig aufgelöst erscheint sie, von der Leo sagt, dass sie sogar über schnurlose Telefone stolpert, weil sie schwanger ist und glaubt, ihr italienischer Freund Fabio wolle kein Kind. Wagners hysterischer Anfall mit unverständlichem Gebrabbel war den Szenenapplaus wert, den sie bekam. Im zweiten Teil überzeugte Wagner als gefestigte Ehefrau und umsichtige Mutter. Tobias Herrmann machte aus Fabio eine sympathische Type. „Ich nix Macho. Bin sehr, sehr schüchtern“, radebrechte Herrmann und quasselte ohne Punkt und Komma. Im zweiten Teil zog er als liebender Ehemann, verliebter Papa von Töchterchen Raphaela und in Richtung Schwiegermutter als Charmebolzen alle Register, die man (frau) von italienischen Männern erwartet. Regisseur Holger Berg ließ in einem reduzierten Bühnenbild (Angela Loewen), in dem das Deckenlampenmonstrum, mit vielen weißen Blättern dekoriert, einerseits auf Leo und Alex als Comicautoren hinwies und andererseits Symbol für die schräge Familie war, vor allem die Charaktere wirken. Dies überzeugte ebenso wie nach der Pause die interessante Idee Brabands, Weihnachten ein Jahr später mit den stattgefundenen Entwicklungen zu zeigen. Dabei ließ er den Moderator nicht nur seine Gedanken und Gefühle erzählen, sondern ihn auch mit einer Fernschaltung Rückblenden einbauen. Des Weiteren sorgten gute Witze an den richtigen Stellen und Wortwitz für Heiterkeit.

Eine geschlossene Ensembleleistung. Am Ende gab es nach einem mitreißenden Lametta-Rocktanz lang anhaltenden Applaus für eine gelungene Weihnachtskomödie, die menschliche Schwächen liebevoll offengelegt hatte."

Delmenhorster Kurier, Heide Rethschulte, 22.11.2016

 

Lahr - "Komödie als Wolhfühltheater. Volles Haus für ein typisches Weihnachtsstück mit allem was dazugehört: Streit um Baumschmuck, Braten und Kartoffelsalat, aufbrechende Beziehungsprobleme und emotionale Ausnahmezustände auf allen Seiten. ... Begeisterter Applaus."

Badische Zeitung, Juliana Eiland-Jung, 22.11.2016

 

Bühl - "Turbulente Suche nach dem Familienglück - Köstliche Komödie mit einer Persiflage auf Heiligabend. So einen Heiligabend will wohl niemand in den eigenen vier Wänden erleben. Allerdings ist es schon ein Heidenspaß dabei zuzusehen, wie eine familiäre Weihnachtsfeier im totalen Chaos versinkt. Mit der Komödie "Rosa Wolken" ist Folke Braband ein herrlich erfrischendes Weihnachtslustspiel gelungen. Mit allem, was dazu gehört: Streit um peinliche Geschenke, Reibereien um Kartoffelsalat und Unfriede wegen eines verkrüppelten Weihnachtsbaumes: jede Menge emotionale Ausnahmezustände auf allen Ebenen.

Obwohl zum Brüllen komisch, ist "Rosa Wolken", eine Produktion der Theatergastspiele Fürth, aber auch eine Komödie, die ein Thema anpackt, das sich im wahren Leben gar nicht so leicht anfühlt. Sie handelt vom langen, beschwerlichen Weg homosexueller Paare zur Adoption eines Kindes. Trotz dieser Problematik überwiegt der spritzige und witzige Anteil der Inszenierung. Und das Publikum im voll besetzten Bürgerhaus Neuer Markt hatte sich am Dienstagabend schon nach wenigen Minuten in die absolut verrückten Charaktere der Schauspieler verliebt. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen Leo (Hubertus Grimm) und Alex (Chris David Gebert), die sich nicht einigen können, ob sie ein Kind adoptieren wollen oder nicht. Vor allem Alex ist wild entschlossen, alle Schwierigkeiten auf sich zu nehmen. Doch wie jedes Jahr an Heiligabend fällt Leos Familie im wahrsten Wortsinn über das Paar her. Da ist zum einen Leos Schwester Nicole (Julika Wagner), die schwanger ist, aber nicht weiß, ob der italienische Erzeuger (Tobias Herrmann), das gut findet. Und schließlich noch Leos Eltern, in deren Ehe es gewaltig kriselt. Günther, der Vater (Holger Franke), eröffnet seiner dominanten Gattin Edda (Johanna Liebeneiner) zur Bescherung: "Ich verlasse Dich. Ich habe eine Geliebte." Selbst das Publikum hat volles Verständnis für den armen Kerl als Sympathieträger für alle unterdrückten Ehemänner dieser Welt.

Herausragend als Sonnyboy Leo präsentierte sich Hubertus Grimm - nicht nur mit toller Stimme, sondern auch als ausgezeichneter Schauspieler, der zwischen Figur und Moderatorenrolle hin- und herwechselte. Das ist zwar keine neue Idee, aber gut umgesetzt, wenn er Szenen per Fernbedienung "zurückspult" oder am Bühnenrand mit dem Publikumm plaudert. Sehr überzeugend spielte auch Chris David Gebert in schräger Kostümierung, der seinen Herzenswunsch, eine kleine Familie zu gründen, mit Hingabe verkörperte. Brillante Arbeit leistete auch Regisseur Holger Berg, der in einem reduzierten Bühnenbild (Angela Loewen) vor allem die vielfältigen Charaktere der Schauspieler in den Vordergrund stellte und nach der Pause eine interessane Idee präsentierte: Wie feiert die Familie ein Jahr später das Weihnachtsfest?

Selbstverständlich ist vieles passiert: Die Eltern leben getrennt, Schwester Nicola ist Mutter geworden und hat geheiratet. Und Leo und Alex? Die bekommen pünktlich um Mitternacht einen Anruf von der Adoptionsbehörde: Patty heißt das kleine Mädchen, dass künftig zur Familie gehören soll. Was für eine Bescherung an Heiligabend!

So findet sich in dem ganzen weihnachtlichen Wahnsinn für das gleichgeschlechtliche Ehepaar schlussendlich doch noch ein Happy End. Dieses wird natürlich gebührend gefeiert. Mit einem aberwitzigen Lametta-Tanz zum Chart-Hit der Band "2 Unlimites": "No Limit" ("Weil es keine Grenzen gibt"). Die Zuschauer danken für den kurzweiligen Abend mit langem Applaus."

Badisches Tagblatt, Ursula Klöpfer, 08.12.2016

 

Weiden - Queer, schrill und temporeich. Herbert Herrmann, Jochen Busse oder Simone Rethel - Boulevardtheater war einmal große Abendunterhaltung im deutschen Fernsehen. Heute muss man zurück zur Quelle, zur Theaterbühne. Das kann daneben gehen, aber auch sehr unterhaltsam sein - wie zum Beispiel am Dienstagabend auf der Kulturbühne. Die Zuschauer erleben in der Max-Reger-Halle einen Wirbelwind von einem Stück: "Rosa Wolken" - queer, schrill und temporeich. Eine unkomplizierte Screwball-Comedy - und eine ausgezeichnete Gelegenheit, das Weihnachtskarussell anzuhalten und sich entspannt auf die Feiertage einzustimmen. ... Was die Qualität des Stückes ausmacht, ist die Leichtigkeit mit der Regisseur Holger Berg seine Truppe um emotionale Eisberge schippert - und eine wirklich gute Besetzung, zum größten Teil erfahrene TV-Darsteller. Johanna Liebeneiner kennt man beispielsweise aus dem "Tatort", "Liebling Kreuzberg" oder "Der Bergdoktor", Holger Franke aus "Polizeiruf", "Die Wache" oder "Rosa Roth". Hubertus Grimm ist vielen bekannt als Jan aus der Daily Soap "Verbotene Liebe". Im Stück ist er nicht nur als Leo in die Handlung verstrickt, sondern, als erweiterter Schauspieler, so etwas wie ein Conférencier. Immer wieder greift er in die Handlung ein, spult vor oder zurück und kommentiert zum Publikum gewandt charmant das Bühnengeschehen.
Wie es einer anständigen Boulevardkomödie würdig ist, endet "Rosa Wolken" mit einem Happy End. Die Zuschauer dankten den spielfreudigen Darstellern für Gags, Tempo und Timing mit reichlich Applaus. Bleibt nur noch festzuhalten: Boulevardkomödien können lustig sein, das Weihnachten anderer, kann immer noch schlimmer sein als das eigene und: Früher war mehr Lametta.

Der neue Tag, Otto, 21.12.2016

 

Bad Salzuflen - Turbulente Bescherung an Heiligabend.

Weihnachten muss es nicht friedlich zugehen. Vor allem dann nicht, wenn die Familie zusammenkommt

und eine Bombe nach der anderen platzt. Das Publikum hat bei „Rosa Wolken einen Heidenspaß.

So einen Heiligabend will wohl niemand in seinen eigenen vier Wänden erleben. Das ganze Jahr lebt man  nebeneinander her, bis Weihnachten vor der Tür steht und in familiärer Runde ein Streitthema nach dem anderen aufs Tapet kommt. Mit der Komödie „Rosa Wolken legt das Ensemble der Theatergastspiele Fürth menschliche Schwächen zur Weihnachtszeit liebevoll auf den Gabentisch und bedient ganz beiläufig zahlreiche Klischees. Obwohl zum Brüllen komisch, greift das Stück jedoch gleichzeitig ein Thema auf, das sich im wahren Leben gar nicht so leicht anfühlt: Leo (Hubertus Grimm) und Alex (Chris David Gebert) sind ein schwules Paar, das sich nicht einigen kann, ob es ein Kind adoptieren will oder nicht. Zu allem Überfluss kündigen sich auch noch Leos Verwandte über die Feiertage an. Drama-Queen-Schwester Nicola (Julika Wagner) setzt

dem armenAlex dabei ebenso zu wie Leos zynische Mutter Edda (Johanna Liebeneiner), die ein Problem mit' der gleichge¬

schlechtlichen Beziehung ihres Sohnes hat. Ganz zu schweigen von Papa Günther (Holger Franke), der den Kartoffelsalat

seiner Frau noch nie mochte und ausgerechnet zu Weihnachten diese und weitere Bomben hochgehen lässt. Meisterhaft bedient sich Autor Folke Braband in seiner spritzigen Komödie jeder Menge Klischees, die jedoch niemals flach oder lächerlich wirken. Das Publikum im voll besetzten Kur- und Stadttheater hatte sich schon nach wenigen Minuten in die absolut liebenswerten Charaktere der Schauspieler verliebt. Hubertus Grimm gelang dabei der überzeugende Spagat zwischen der Figur des Leo und einer Moderatorenrolle, in der er dem Publikum Einblicke in sein Gefühlsleben gewährte und sie mit Hintergrundinformationen über die Protagonisten versorgte. Chris David Gebert bediente einerseits mit einer herrlich schrägen Protestkostümierung das weit verbreitete Schwulenklischee, auf der anderen Seite kämpfte er überzeugend für Alex Kinderwunsch. Für weiteren Schwung sorgte Julika Wagner als Leos Schwester Nicola, die schwanger ist, aber nicht weiß, ob ihritalienischer Freund Fabio (Tobias Herrmann) die Freude darüber teilt. Wagners hysterischer Anfall brachte ihr nicht zuletzt wegen ihres unverständlichen Gebrabbels verdienten Szenenapplaus ein. In einem reduzierten Bühnenbild von Angela Loewen, in dem ein gewaltige Deckenlampe, gespickt mit weißen Zetteln über einen rosafarbenen Weihnachtsbaum dominierte, ließ Regisseur Holger Berg vor allem die starken Charaktere des Ensembles wirken. Nach einem mitreißenden Lametta-Rocktanz bedankte sich das begeisterte Publikum am Ende mit frenetischem Applaus für eine gelungene Weihnachtskomödie, die menschliche Schwächen ebenso offen legte wie übliche Klischees bediente.

Landeszeitung Bad Salzuflen, Heidi Stork, 19.12.2016

 

 

Bühl - Lieber ein Kind oder doch einen Hund zu Weihnachten ? Viel Beifall für die Komödie "Rosa Wolken" im Bürgerhaus Neuer Markt in Bühl / Überzeugende Darsteller.

Wie viele Klischees kann man bei einem Theaterstück eigentlich bedienen ? Viele ! In der Komödie "Rosa Wolken" geht es zwar ganz vordergründig um den ganz normalen familiären Weihnachtswahnsinn, gleichzeitig streift der etwas andere Zweiakter, bei dem Leo (Hubertus Grimm) zwischendurch als Erzähler fungiert, jede Menge Alltagsprobleme, vor allem von Leo und Alex (Chris David Gebert), einem schwulen Ehepaar. Weihnachten steht vor der Tür, die beiden stecken in einer Krise, Alex möchte ein Kind adoptieren, Leo lieber einen Hund. Am weiten Weihnachtsfeiertag soll eine Entscheidung fallen. Doch vorher steht der Besuch von Leos Familie an. Für Alex eine Herausforderung, denn er hat nicht nur seine Schwierigkeiten mit Leos Mutter Edda (Johanna Liebeneiner), sondern auch mit der Frage, ob und wieviel Lametta an den Weihnachtsbaum gehängt werden soll. An dem lässt Edda auf ihre "charmante Art" übrigens keine gute Nadel und macht vor alleim ein Drama daraus, dass es Rinderbraten geben soll und nicht, wie seit 40 Jahren üblich Kartoffelsalat mit Würstchen, den ihr Mann Günter (Holger Franke) doch so sehr liebt. Das Familiendrama nimmt Fahrt auf und irgendwie kommt eins zum anderen oder alles zusammen: Leos Schwester Nicola (Julika Wagner) hat sich ausgerechnet in einen Italiener verliebt, ist von ihm schwanger, aber felsenfest davon überzeugt, dass er gar keine Kinder möchte. Dann lässt Vater Günter eine Bombe platzen: Er hat eine Geliebte - ausgerechnet die Dame aus dem dritten Stock, deren Kartoffelsalat er nicht ausstehen kann - und möchte sich scheiden lassen. Edda fällt in Ohnmacht, muss ins Krankenhaus. Pause. Zweiter Teil: ein Jahr später. Wider Erwarten sitzt die Familie wieder unterm Weihnachtsbaum zusammen - einem rosaroten Weihnachtsbaum ohne Lametta wohlbemerkt. Ab jetzt wird die Geschichte beziehungsweise, was zwischenzeitlich geschehen ist, von Leo rückwärts erzählt. Nicolas und Fabios (Tobias Herrmann) Baby ist inzwischen geboren, Nicola sogar schon wieder schwanger. Edda und Günter leben bereits seit einem Jahr getrennt. Günter ist allerdings inzwischen schon wieder Single, nur Alex und Leo haben noch immer mit ihrem Problem "Kinderwunsch" zu kämpfen.

Die Inszenierung unter der Regie von Holger Berg lebte von spritzigen Dialogen, schrillen Outfits und natürlich einer hervorragenden Besetzung von deutschen TV-Stars.

Die Besucher im ausverkauften Bühler Bürgerhaus Neuer Markt amüsierten sich sehr: viel Szenenapplaus und lang anhaltender Schlussapplaus waren der Dank. Ach und es gab ein Happy End - just an Heilig Abend erfuhren Alex und Leo, dass sich ihr Kinderwunsch doch noch erfüllen würde.

Badische Neueste Nachrichten | Acher- und Bühler Bote, Gertrud Vögele, 08.12.2016

 

 

Lahr - "Rosa Wolken" feierte Premiere. Die Boulevardkomödie "Rosa Wolken" taucht fröhlich in Klischees ein, grenzt sich gleichwohl aber ab von den typischen Mustern des Genres. Die Erstinzsenierung der Theatergastspiele Fürth feierte am Freitagabend in Lahr Premiere. Gut fünf Wochen vor Weihnachten wr in der Stadthalle Lahr schon einmal Bescherung angesagt. Es gab eine waschechte Premiere die an Heiligabend spielt, eine spritzige Komödie, die wie es sich gehört, kräftig in Klischees rührte. ... Das familiäre Barometer steht damit kräftig auf Sturm, es geht geht ganz schön turbulent zu unter dem Weihnachtsbaum. Der neueste Streich von Autor Folke Braband, einem seit Jahren erfolgreichen Grenzgänger zwischen den Theatersparten, spielte lustvoll mit den Klischees, ohne dabei allzu sehr auf die gängigen Muster zu setzen. Das unter der Regie von Holger Berg erstmals inszenierte Stück unterhielt und sorgte für reichlich Gelächter in der fast ausverkauften Stadtahalle Lahr. Es enthielt sich aber jeglicher Form von platter Wertungen. Leo und Alex sind schwul und das ist gut so. "Rosa Wolken" knöpfte sich lieber die verklärte, oft aber nur vordergründige Familien- und Weihnachtsidylle vor, und thematisiert wie nebenbei die Alltagsprobleme homosexueller Paare.

Die Inszenierung lebte von pfiffigen Dialogen und einem nicht unbedingt typischen Erzählstrang. Leo fungierte zwischendurch als Erzähler, der immer wieder direkt das Premierenpublikum ansprach. ..."

Baden online, Jürgen Haberer, 21.11.2016