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REAKTIONEN

JUBEL, RHYTHMISCHER BEIFALL UND BEGEISTERTE ZUSCHAUER BISHER IN JEDER VORSTELLUNG ....

 

Traunreut - Zwischen Liebe und Wahnsinn. Theatergastspiele Fürth zeigen großes Theater mit "Der Fremde im Haus".

Nervenkitzel eines Psychothrillers, große Schauspielkunst und und ein vom Spiel überwältigtes Publikum. So lässt sich's einsteigen, in die neue Spielzeit im k1 in Traunreut. Den Auftakt im Genre Schauspiel machte ein spielfreudiges Ensemble der Theatergastspiele Fürth, das einen Psychothriller von Agatha Christie auf die Bühne brachte. In "Der Fremde im Haus" standen aus Film- und Fernsehproduktionen bekannte Schauspieler auf der Bühne, die, so schien es, ganz besonderes Vergnügen an der Publikumsnähe hatten.

Jedenfalls zog das Ensemble mit seiner Darstellung den letzten Funken Aufmerksamkeit des Publikums auf sich. Agatha Christie, die "Queen of Crime", schickte mit ihrer Story um das perfide Verwirrspiel eines sadistischen Serienmörders einen eiskalten Schauer durch die Reihen. Die deutsche Übersetzung von Michael Raab punktet mit guten Dialogen und exzellentem Spannungsaufbau. Mit Sarah Elena Timpe als Cecily und Sasa Kekez als Bruce Lovell waren die Hauptrollen topp besetzt.

Ein Lottogewinn stellt Cecily anständiges, aber langweiliges Leben auf den Kopf. Sie kündigt ihren Job, löst ihre Verlobung mit dem bodenständigen, aber verkopften Nigel (Markus Baumeister) und stürzt sich "Herz über Kopf" in eine Liebesgeschichte. Wie hypnotisiert verfällt sie dem Charme und der geheimnisvollen Aura von Bruce und schlägt die Warnungen ihrer besten Freundin Mavis (Franziska Janetzko) und von Tante Loo-Loo (Johanna Liebeneiner) in den Wind. Leise Zweifel klopfen erst an, als sie sich nach einer Blitz-Heirat mit ihrem Traummann in einem abgelegenen Traumcottage wiederfindet: 

Bruce verändert sich, schottet sich ab, hegt ein Geheimnis und hat seltsame Hobbys, denen er in seiner "Dunkelkammer" im Keller nachgeht. Zudem neigt er zu Schwächeanfällen. Immer häufiger verliert er die Kontrolle, ist zwanghaft ordentlich und beginnt damit, Cecily die Schuld für seine Ausbrüche zu geben. Wie schmal kann doch der Grat zwischen Liebe und Wahnsinn sein!

Die Zuschauer im k1 hätten am liebsten die der männlichen Macht zum Opfer gefallenen Frau selbst gerettet. Besonders als diese vom Fall eines Frauenmörders erfährt, der sich mit wohlhabenden Frauen liiert, um sie später kaltblütig zu ermorden. Was tun? Aufgeben und abtreten, oder kämpfen und den Spieß umdrehen? Es wäre kein echter Christie-Krimi, wenn nicht am Ende eine dicke Überraschung rausschauen täte. Und die servierten die großartigen Schauspieler in authentischer Darstellung. Bis zum letzten Moment Hochspannung. Hohe Spielintensität, 1A Körpersprache und keinerlei Schwächen in Sachen Text und Sprache. Dazu eine Wahnsinns-Regie, ein geschmackvolles Bühnenbild und zündende Licht- und Musikeffekte - besser geht nicht."

TrT, Kirsten, Benekam, 27.09.2019

Maintal - Ein spannendes Finale. Volksbühne mit furiosem Auftakt

Was führt der ach so smarte Mietnomade Bruce wirklich im Schilde? Wie wird die hübsche Lottogewinnerin Cecily am Ende ihr Geld und auch ihren guten Ruf los? Welche Rolle spielt der tatsächlich der liebenswert trottelige Hogson, wo ja der Gärtner laut Reinhard Mey immer der Mörder ist? Fragen über Fragen. Aber nur zu Beginn. Am Ende ist alles brutal klar, laut und völlig anders als eingangs gedacht. "Nachmietersuche mit Überraschungseffekt": So könnte man ganz unspektakulär den Inhalt des Psychothrillers von Altmeisterin Agatha Christie, "Der Fremde im Haus", umschreiben.

Das würde allerdings kaum die gewaltige Spannung - bis zum schieren Wahnsinn - erklären, welche das hochkarätig mit Bühnen- und TV-Größen besetzte Ensemble der Theatergastspiele Fürth am Freitagabend auf die Bretter des Bischofsheimer Bürgerhauses zauberte.

Ein gelungener Auftakt in die neue Theatersaison der Volksbühne Maintal, der eines zeigte: den guten Riecher von Katharina und Ulrich Lüer als Vorsitzende bei der Stückauswahl für der größte Abonnemententheater der Region, die Volksbühne. Sie haben es in ihrer zweiten Saison an der Spitze des Kulturvereins wieder geschafft, den Saal mit rund 600 Plätzen nahezu komplett zu füllen. Und ihn am Ende der Aufführung minutenlang donnernd applaudieren zu lassen: Künstlerlohn für ein spritziges und quirliges Ensemble, in dem nicht nur die Hauptdarsteller Sasa Kekez (Bruce) und Sarah Elena Timpe (Cecily) mit einem Klaus-Kinski-reifen Finale im Duett herausragten. Sondern auch der aus "Liebling Kreuzberg" bekannte Michael Kausch (Gärtner Hogson), aus "Rosenheim-Cops" der ahnungsvolle Dr. Gribble alias Norbert Heckner, und wiederum aus der bayerischen ZDF-Ulk-Krimi-Soap die teils laszive, teils weitsichtige Mavis: Cecily beste Freundin und als Franziska Janetzko eine ebenso vielseitige wie sexy Schauspielerin. 

Fehlen noch die Ulknudel und immer störende Tante Loo-Loo alias Johanna Liebeneiner, und der resignierte Zauderer, Ex-Verlobter Cecilys, und am Ende wieder kurz Hoffnung schöpfende Nigel in Gestalt von Markus Baumeister.

Man fragt sich bei Kekez und Timpe: Wer ist eigentlich Jekyll, und wer ist Hyde? Ein furioses und gnadenloses Finale, das sich die beiden lieferten. Sechs bundesweit bekannte Bühnenstars mit einem Thriller der Sonderklasse nach Maintal zu bekommen: Das muss man erst einmal schaffen.

Kompliment auch an Thomas Rohmer von den Theatergastspielen Fürth, der das komplexe Agatha-Christie-Stück inszenierte und es fertigbrachte, sechs Bühnenindividualisten zu einer "tödlich" spannenden Truppe zusammenzuschweißen."

Hanauer, Rainer Habermann, 30.09.2019

Oftringen/Schweiz - Der Theaterthriller "Der Fremde im Haus" kitzelt die Nerven. Charakterisierung und Dramaturgie dringen unter die Haut. 

Zu sanft will Kultur in Oftringen die Saison 2019/20 nicht angehen. Der Agatha-Christie-Thriller «Der Fremde im Haus» spielt damit, dass im Vertrautesten das Unheimliche lauert.

Ein Lottogewinn über eine Million Pfund stellt das Leben der jungen Sekretärin Cecily Harrington (Sarah Elena Timpe) komplett auf den Kopf. Der biedere Nigel (Markus Baumeister), der nach drei Jahren im Sudan nach Hause zurückkehrt, ist zum Heiraten nicht mehr gut genug. Lau erscheint ihr diese Verbindung, gleichzeitig lockt das Abenteuer. Da kommt der adrette Bruce Lovell (Saša Kekez), der sich auf die Anzeige ihrer Mitbewohnerin Mavis (Franziska Janetzko) für drei Monate zur Untermiete meldet, gerade recht.

Die Warnungen fruchten nichts

Den charismatischen Mann umströmt ein Hauch von Geheimnis und Abenteuer. Mit seinem weltläufigen Charme verdreht er Cecily noch auf der Schwelle den Kopf. Die Entrüstung der besserwisserischen und im Grunde dauernd um Geld schnorrenden Tante Lulu (Johanna Liebeneiner) und die Warnungen der besonnenen Mavis fruchten nichts. Die junge Frau will mit allem brechen und lässt sich nur zu gerne zur Blitzheirat verführen.

Dass das Theatergastspiel Fürth diesen ersten Akt in einer Leichtbaukulisse direkt vor dem Bühnenbild zum Besten gibt, tut dessen Wirkung keinen Abbruch. Das leicht Provisorische unter hartem Licht betont die scherenschnittartig aufgebaute Ausgangssituation. Was in der Folge fasziniert, ist das psychologische Kammerspiel, das sich zwischen den Ehegatten entspinnt. Das fein getaktete dramaturgische Räderwerk beginnt nun erst richtig Fahrt aufzunehmen.

Die nächste Szene zeigt das frisch vermählte Paar bereits Wochen später im Wohnzimmer ihres ebenso gepflegten wie abgelegenen Landhauses. Ganz für sich allein will Bruce seine Cecily haben. Sie lässt ihm freie Hand, auch was die Geldangelegenheiten betrifft, zumal sein im Ausland angelegtes Vermögen gerade blockiert ist. Nun reiht sich ein Irritationsmoment ans andere. Was treibt der Mann in seinem Fotolabor im Keller, zu dem niemand Zutritt hat? Was haben seine naiven bis kryptischen Tagebucheinträge und die leeren Wasserstoffperoxidfläschchen zu bedeuten? Und weshalb interessiert sich Bruce so sehr für Kriminologie und Mördergestalten?

Das Publikum weiss schon längst mehr als das Opfer, ist nicht nur wie Cecily Zeuge von Schwächeanfällen und unkontrollierten Wutausbrüchen, sondern sieht des pathologisch Kranken nervöse Zuckungen, wenn er sich nicht beobachtet fühlt. Saša Kekez legt überzeugend dar, wie die Figur zunehmend von ihrer Manie in Beschlag genommen wird und ins Monströse abdriftet. Die Kontrollverluste schaffen Schockmomente. Während Cecily noch das Offensichtliche verdrängt, ahnen der ebenso dienstbeflissene wie warmherzige Gärtner Hogson (Michael Kausch) und der Dorfarzt Dr. Gribble (Norbert Heckner) viel. Doch bleiben ihnen die Hände gebunden.

Rettung kommt in letzter Minute

Einzig Mavis und Nigel, die am heimtückisch geplanten Mordtag zu Besuch kommen, stürzen Cecily kurz vor der Katastrophe in einen heilsamen Zweifel. Während der Uhrzeiger Richtung 21 Uhr tickt, lässt Bruce die Maske fallen und offenbart machtberauscht seine sadistischen Züge. Sarah Elena Timpe schafft es ohne Widerspruch, sich von der naiven zur ebenso panischen wie überlebensklugen Cecily zu wandeln. Ein Mördergen dichtet sie sich zwar vergebens an, doch vermag sie das Nervenkostüm des serienmässigen Erbschleichers und Mörders derart zu überreizen, dass er seinem eigenen Furor zum Opfer fällt. Bei Agatha Christie gehören Überraschungen eben zum Programm.

Unaufdringlich modernisiert wirkt das mit viel Zug gespielte Stück frisch wie eh und je. Die durch Lichtführung und dumpf grollende Klänge unterstützten Gruseleffekte jagen zusätzliche Schauer über die Haut. Virtuos reisst das Theatergastspiel Fürth das Publikum während zweier Stunden in einen Strudel der Emotionen. Das Publikum weiss es zu schätzen, derart eingenommen, erschreckt und wohlig überrascht worden zu sein. Das Ensemble wird – verdientermassen – mit Applaus überschüttet."

Zofinger Tagblatt, Michael Flockiger, 18.10.2019

Bühl - "Vielschichtiger Psychothriller. Inszenierung überzeugt auf der ganzen Linie.

Krimi auf der Bühne - kann das funktionieren? Das Theaterstück "Der Fremde im Haus" von Agatha Christie beweist, dass ein vielschichtiger Psychothriller durchaus auch "live" packenden Nervenkitzel bescheren kann - wen die Schauspieler so überzeugend zu spielen wissen wie in der Inszenierung der Theatergastspiele Fürth am Mittwoch im Bürgerhaus. 

Zu Beginn ist die dramatische Entwicklung der Liebesgeschichte der lebenshungrigen Cecily (Sarah Elena Timpe) und des Frauenhelden Bruce (Sasa Kekez) kaum absehbar, bis auf die musikalischen Akzente freilich, die "harmlosen" Blicke oder Handlungen des jungen Mannes eine mysteriöse Düsternis verleihen. Ansonsten könnte man meinen, in eine Komödie geraten zu sein, so boulevardesk kommt das Stück daher: Cecily und ihre Freundin Mavis (Franziska Janetzko) in luftigen Sommerkleidern, glücklich über einen Lottogewinn - der Grund, weshalb sie ihre Wohnung für drei Monat vermieten möchten, zieht es sie doch in die Welt. Dass Cecily die Verbindung zu ihrem braven Verlobten Nigel (Markus Baumeister) löst, weil er ihrer Abenteuerlust so gar nicht zu entsprechen vermag, verstört zwar Nigel aufs Tiefste, nicht aber den Betrachter: Ob Cecilys flatterhaftem, naiven Wesen wirkt ihre Entscheidung nur kongruent. Im Gefühlschaos mischt auch noch Cecilys Tante Loo-Loo mit, eine plapperhafte, wie neugierige Person, deren nervende Überspanntheit die burlesken Züge des Geschehens noch unterstreicht. Der Kontakt zu Bruce entsteht, weil er sich für die Wohnung interessiert und schnell erkennt, wie empfänglich Cecily für seine Avancen ist. Schamlos drängt er sich zwischen sie und Nigel, scheint in seiner Weltgewandtheit die perfekte Antwort auf die Begehren der jungen Frau zu sein. Sie verfällt dem manipulativen Dandy.

Bruce kauft ein entlegenes Landhaus und gibt vor, die Zweisamkeit hier ungestört genießen zu wollen. Allmählich deuten sich indes seine psychopathischen Züge an, in aufbrausenden Reaktionen gegenüber Cecily und Gästen ebenso wie in seltsamen Zuckungen und hysterischen Lachanfällen, so bald er allein ist: Seine Selbstkontrolle bröckelt in gleichen Maße wie sein blendendes Charisma. Diese Wandlung zum Monster vollzieht Kekez durchaus gekonnt; seine Attraktivität wirkt immer gruseliger, so offenbar wird das Krankhafte hinter der süßen Maske. Timpe erweist sich schauspielerisch ebenbürtig: Glaubwürdig mimt sie die emotionalen Stadien Cecilys, die in einen Reifeprozess münden. Totale Verliebtheit, Sorge um die Gesundheit von Bruce, Fassungslosigkeit angesichts seiner zunehmenden Aggressivität und der Lügen etwa zur Dunkelkammer im Keller, wo er angeblich Fotos entwickelt. Schließlich die Erkenntnis, von einem geldgierigen Frauenmörder verführt worden zu sein. Bruce, inzwischen wahnhaft auf den Mord hinfiebernd, von dem er sich eine Phase der inneren Erlösung erhofft, hat Cecily alle Fluchtwege versperrt; Freunde und Bekannte glauben an eine bevorstehende Reise des Paares.

Cecilys Lage scheint aussichtslos. Doch diese handelt unerwartet klug: Sie serviert Bruce vergifteten Kaffee und hält ihn im Stile einer Scheherazade mit Ammenmärchen über ihre mörderische Vorgeschichte davon ab, sie zu töten, bis das Gift wirkt. 

In den Abschlussszenen baut sich eine solche Spannung auf, dass der Anblick des toten Bruce echte Erleichterung auslöst - beinahe, als sei die Fiktion Wirklichkeit. Dem lang andauernden verdienten Beifall hätte sich Agatha Christie gewiss angeschlossen."

Badische Neueste Nachrichten / Badisches Tagblatt, Katrin König, 14.10.2019

Wetzlar - Krimi-Atmosphäre mit Gruselfaktor.

Theaterring bietet brillante Aufführung von Agatha Christies "Der Fremde im Haus".

"Krimis mag mein Sitznachbar eigentlich nicht, während seine Frau ohne Krimi eigentlich nie ins Bett geht. Dennoch ist er, wie 560 andere Zuschauer auch, in die Wetzlarer Stadthalle gekommen, um das Theaterstück "Der Fremde im Haus" - ein Kriminalstück der Meisterin dieses Genres, Agatha Christie zu sehen.

Das Stück in sechs Akten beginnt wie eine Liebesromanze. Von Akt zu Akt steigert sich das Grauen, bis im letzten Akt den Zuschauern der blanke Schauer über den Rücken läuft. Dem Theaterring ist es erneut gelungen, mit dem Ensemble der "Theatergastspiele Fürth" prominente Schauspieler in die Domstadt zu holen. Gleich sieben Akteure bespielten die Stadthalle Hauptdarsteller warn Sarah Elena Timpe, Ehefrau des bei "Wetten dass?" verunglückten Samuel Koch als Cecily Harrington. Und Sasa Kekez, bekannt aus der ARD-Soap "Sturm der Liebe", gab den undurchsichtigen Bruce Lowell.

Nicht weniger prominent war die weitere Besetzung: Johanna Liebeneiner als Tante Loo Loo und Michael Kausch kommt immer wieder als Gärtner auf die Bühne, Norbert Heckner ist als Landarzt zu sehen, Markus Baumeister spielte den Ex-Verlobten und Franziska Janetzko schlüpfte in die Rolle von Mavis, der Freundin von Cecily. 

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Regisseur Thomas Rohmer hat das Stück etwas modernisiert. Cecily versucht vergeblich, per Handy mit ihrer Familie Verbindung aufzunehmen. In den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, in der der der Krimi entstand, war an ein Mobiltelefon gar nicht zu denken.

Die Besucher nehmen die gruseligen Details durchaus wahr, etwa die Tatsache, dass Bruce niemanden in den Keller lässt, wo er angeblich ein Fotolabor unterhält. Als der Gärtner leere Wasserstoffsuperoxyd-Flaschen vergraben findet, leugnet Bruce, dass sie von ihm seien. Aus dem ehemaligen Charmeur wird nach und nach ein Mann mit dunklen Plänen. 

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Es ist der Phantasie der Autorin Agatha Christie zuzuschreiben, dass auch Cecily ein dunkles Geheimnis mit sich trägt, dass ihr nun hilft, die Attacken von Bruce zu überleben. Begeisternd: Timpes schauspielerisches Talent und Kekezs glaubhafte Darstellung eines duschgeknallten Psychopathen. 

Selbst mein Sitznachbar, der ja normalerweise Krimis im Fernsehen meidet, ist angetan von dem rund zweistündigen Stück. Der Theaterring dürfte an diesem Abend weitere Fans dazugewonnen haben."

Wetzlarer Neue Zeitung, Lothar Rühl, 11.12.2019

Bad Kissingen - "PSYCHOTHRILLER GEKONNT IM BAD KISSINGER KURTHEATER INSZENIERT. 

Regisseur Thomas Rohmer gastiert mit den "Theatergastspielen Fürth" in der Kurstadt. Das Stück "Der Fremde im Haus" geht auf eine Kurzgeschichte von Agatha Christie zurück, die in die heutige Zeit übertragen wird. 

Gekonnt inszenierte Thomas Rohmer das Stück "Der Fremde im Haus" - einen Psychothriller, der auf Agatha Christies Kurzgeschichte "Philomel Cottage" beruht und die pathologischen Abgründe eines Serienkillers aufzeigt. In den Hauptrollen brillierten Sasa Kekez und Sarah Elena Timpe, die in einer spannungsgeladenen Schlussszene für Gänsehaut bei den rund 200 Gästen im Kurtheater sorgten.

Vor über acht Jahrzehnten schrieb Agatha Christie die Kurzgeschichte, die kurz darauf als Theaterstück aufgeführt und fürs Kino entdeckt wurde. Christies feines Gespür für die Charaktere, die man für ein unterhaltsames, aber auch spannungsgeladenes Bühnenstück benötigt, wurde von Regisseur Thomas Rohmer und dem Ensemble der "Theatergastspiele Fürth" gekonnt in die Neuzeit übertragen. Dabei wurde weniger am übersetzten Text und der bühnenadäquaten, dem Engländern aus deutscher Sicht zugeordneten Modulation verändert. Vielmehr wurde das Bühnengeschehen mit Handy, Selfie und gestiegenen Grundstückspreisen der aktuellen Zeit angepasst. Mit diesem Update erreicht es eine höhere Akzeptanz, wobei Christies zeitlose Charaktere und Typen trotzdem ihre Persönlichkeiten und Eigenheiten auf der Bühne ausleben dürfen.

Zu Beginn von "Der Fremde im Haus" geht es um das Kennenlernen der Charaktere. Sarah Elena Timpe gibt die Cecily Harrington, die als Sekretärin ein anständiges, aber fades Leben führt und dank eines Lottogewinns die Chance sieht, mit Reisen und Abenteuern ihr Leben aufzupeppen - auf der Strecke bleibt ihr Langjährig-Verlobter Nigel, der wunderbar grau und unscheinbar von Markus Baumeister gespielt wird. Begleitpersonen sind Mavis (Franziska Janetzko) als beste Freundin und Mit-Lottogewinnerin und Tante Loo Loo (Johanna Liebeneiner) als schrullig-süffisante Anstandsgouvernante - und beide als mahnende Stichwortgeber, Trostspender und fürsorgliche "Pass-auf-dich-auf"-Ratgeber. Dazu passend - und im weiteren Verlauf des Stückes wichtige Impulsgeber - kamen noch der Landarzt (Norbert Heckner) und der Gärtner (Michael Kausch) hinzu.

Neben Cecily steht mit Bruce Lovell (Sasa Kekez) ein smarter Charmeur im Mittelpunkt, der durch seine unbeschwerte Art das Herz der Lottomillionärin gewinnt, sie heiratet, mit ihr in ein Landhaus zieht, sich ihr Vermögen überschreiben lässt und sich nach und nach als psychopathischer Serienmörder mit sadistischen Zügen entpuppt. 

In den Akten des ersten Teils entwickeln sich nicht nur die Charaktere, sondern auch die Handlungsstränge des Stücks - angefangen mit einem reduzierten Bühnenbild, das mit wenig Mitteln die kleine Wohnung darstellt. Im dritten Aufzug öffnet sich der Blickwinkel auf das dezent möblierte Wohnzimmer des Landhauses als Mittel- und Ausgangspunkt der weiteren Handlung. Somit bleibt genügend Spielraum für das Ensemble - und dieser Spielraum wird durch eine Lichtgestaltung mit Gruseleffekten und durch musikalische Einspielungen mit Spannungscharakter unterstützt.

In diesem Umfeld lässt Regisseur Thomas Rohmer gerade den beiden Hauptfiguren viel Platz, um sowohl die Handlungsverläufe als auch ihre Rollen zu entwickeln. Cecily alias Sarah Elena Timpe mutiert von der verträumten, einfachen Sekretärin zur verliebten, dann zur vertrauensseligen und schließlich zur eingeschüchterten, ja ängstlichen jungen Frau, die aus diesem Gefängnis nicht mehr entfliehen kann.

Als smarter Bruce Lovell beginnt Sasa Kekez das Spiel, bevor er mit Anspielungen, Liebesbezeichnungen und eingeforderten Liebesbezeugungen das perfide Spiel um die Macht über eine andere Person fortsetzt. Nach und nach offenbaren sich seine pathologisch-sadistischen Züge, denn es geht ihm nicht nur ums Geld, sondern um "das gottgleiche Gefühl, Macht über einen anderen Menschen zu haben". In einem fesselnden Showdown zwischen den beiden eskaliert die Situation - doch anders als erwartet ist nicht Cecily das Opfer. Den Gästen gefiel nach den Gruselmomenten das Ende des Stücks und bedankte sich mit herzlichem Applaus."

Saale Zeitung, Klaus Werner, 16.09.2019

Tönisvorst - Schöner fremder Mann im Landhaus. Mit einem Psychothriller nach Agatha Christie ist der Stadtkulturbund Tönisvorst in die neue Spielzeit gestartet. „Der Fremde im Haus“ kam gut an im ausverkauften Corneliusforum.

Welche Frau wäre nicht schwach geworden? Gut aussehend, charmant und abenteuerlustig ist dieser Bruce Lovell, den Sasa Kekez ganz großartig spielt. Die junge Cecily, die Sarah Elena Timpe mit Naivität und Überdrehtheit ausstattet, ist jedenfalls hin und weg, als der geheimnisvolle Fremde plötzlich auf ihrer Türschwelle steht, angeblich, um die Wohnung zu besichtigen, die Cecily und ihre Freundin Mavis (Franziska Janetzko) für drei Monate untervermieten wollen.

Die Zuschauer im Corneliusforum, in dem der Stadtkulturbund Tönisvorst mit „Der Fremde im Haus“ die neue Spielzeit eröffnete, ahnen schnell, dass mit diesem jungen Mann etwas nicht stimmt, zumal das Stück als Psychothriller angekündigt ist. Wie immer bei der britischen Schriftstellerin Agatha Christie, aus deren Feder der Thriller stammt, sind es kleine Hinweise, im Theater unterlegt mit dramatischer Musik, die die Zuschauer aufmerksam werden lassen und eine Fährte legen.

Wie sich diese Hinweise im Laufe des fast dreistündigen Stücks steigern und wie sich im gleichen Zeitraum Bruce Lovell vom charmanten Sonnenschein zum irren Psychopathen verändert, ist sehr spannend anzusehen. Dazu trägt ganz entscheidend das Spiel von Sasa Kekez bei. Der 36-Jährige vollzieht eine Wandlung, für die große Schauspielkunst vonnöten ist. Von einem Moment auf den nächsten schafft er es, ein völlig anderes Gesicht zu zeigen, teilweise ist das bis zur Fratze verzerrt. Dass der Schauspieler den Mut hat, völlig aus sich herauszugehen, vollendet die verblüffende Wirkung.

Cecily bekommt davon nichts mit und will es wohl auch nicht sehen. Zu gern möchte sie glauben, den Traummann fürs Leben gefunden zu haben. Schließlich aber ändert auch Sarah Elena Timpe ihr Spiel. Aus der lebenslustigen, gutgläubigen jungen Frau wird ein unsicheres, verängstigtes Wesen, das sich unterwirft und alle Leichtigkeit verliert. Zu häufig sind die Ausfälle des Mannes, mit dem sie in einem einsamen Landhaus lebt, zu bedrohlich ist sein immer aggressiveres Verhalten.

Unter der Regie von Thomas Rohmer wird aus dem Stück von 1936 ein Psychothriller, der sich der heutigen Zeit anpasst und dennoch zeitlos ist. Statt des toten Telefons im Original ist es hier ein Smartphone, das in dem abgelegenen Cottage, das Bruce für sich und seine frisch angetraute Frau aussucht, keinen Empfang hat. Etwas altertümlich wirkt die Dunkelkammer im Keller, die niemand betreten darf, weil Bruce dort angeblich seine Fotos entwickelt. In Zeiten von Digitalkameras eher ungewöhnlich, aber nicht unmöglich.

Letztlich ist „Der Fremde im Haus“ ein stringentes Werk, das die Zuschauer vom ersten Moment an fesselt. Das liegt auch am Ensemble der Theatergastspiele Fürth, zu dem neben den beiden Hauptdarstellern noch Markus Baumeister gehört, der den Ex-Verlobten Nigel spielt, welcher neben Bruce völlig verblasst, Johanna Liebeneiner, die die nervige Tante Lulu sehr gut mimt, Norbert Heckner als Landarzt und Michael Kausch als Gärtner, der aber nicht der Mörder ist.

Der Zuschauer, gut trainiert dank des sonntäglichen Fernsehkrimis, weiß es bereits, und auch Cecily ahnt es: Der Mörder ist Bruce. Fünf Frauen soll der Psychopath auf dem Gewissen haben. Und nun zeigt sich, dass es lebenswichtig sein kann, sich in der Weltliteratur auszukennen. Cecily erinnert sich im letzten Moment an ihr Lieblingsbuch: Geschichten aus Tausend und einer Nacht. Wie die kluge Sheherazade im Märchen, die ihren Mann jeden Abend mit fesselnden Geschichten unterhält, um ihr Leben zu retten, spinnt auch Cecily eine Geschichte, die Bruce davon abbringen soll, sie zu töten – und, wie sich im großen Showdown zeigt, die Zeit überbrücken soll, bis das Gift wirkt, das sie in seinen Kaffee gerührt hat.

RP Online, Stephanie Wickerath, 23.09.2019

Dinslaken - Agatha-Christie-Stück in Dinslaken: Eine unberechenbare Frau. 

"Spannender Auftakt der Aboreihe Schauspiel der Stadt Dinslaken mit Agatha Christies Psycho-Klassiker „Der Fremde im Haus“ im Otto-Hahn-Gymnasium.

Hätte Cecily Harrington (Sarah Elena Timpe) doch nur die Musik gehört, die das Bühnenstück begleitend kommentierte, deren Hauptperson sie am Donnerstag in der Aula des OHG war. Dann wäre ihr schon bei „Twist in my sobriety“ aufgefallen, dass ihre Klarsicht von einem Mann getrübt wird. Oder dieses kurze, düstere Jingle, als Bruce Lovell (Sasa Kekez) als finstere Gestalt mit schwarzem Mantel und tief übers Gesicht gezogenen Hut erstmalig im Türrahmen steht. Aber so ist das beim Psychothriller: Die Zuschauer hören die Musik und lesen die Zeichen, sehen das Unheil immer engere Bahnen ziehen, während die Hauptdarstellerin ahnungslos in die Falle tappt. So war es dann auch am Donnerstag in „Der Fremde im Haus“ von Agatha Christie. Thomas Rohmer, der der die in die Jetztzeit holte („Wir haben kein Netz hier auf dem Land“) und den Psychothriller inszenierte, ließ von Anfang an keinen Zweifel an der Verteilung von Gut und Böse. Die Frage war nicht, ob der vermeintliche Traummann Lovell in Wirklichkeit ein psychophatischer Heiratsschwindler und Serienmörder ist, sondern wie Cecily ihrer von der erste Minute an geplanten Ermordung entgeht. 

Die Spielregeln: So wie in amerikanischen Horrorfilmen Teenager für zu frühen Sex mit der prompten Ermordung bestraft werden (auch der Soundtrack von „Halloween“ wurde Donnerstag zitiert), kann es ja auch nicht gut ausgehen mit der jungen Sekretärin Cecily, die einen Lottogewinn dafür nutzt, nicht nur den Job, sondern -- viel schlimmer --die langjährige Verlobung mit dem grundsoliden und sie aufrichtig liebenden Nigel (Markus Baumeister ) zu lösen. Wäre das nicht schon genug Unvernunft für die treue Freundin Mavis (Franziska Janetzko) und gesellschaftlicher Skandal für die geschwätzige Tante Loo-Loo (Johanna Liebeneiner als typische Christie-Type), verliebt sich Cecily auch noch Hals über Kopf in ihren Nachmieter Lovell, weil der der nach Unabhängigkeit strebenden jungen Frau Abenteuer und Reiselust verspricht. Das gehört natürlich bestraft. 

Oder etwa nicht? Agatha Christie, die die Kurzgeschichte, auf der „Der Fremde im Haus“ basiert, 1924 schrieb, ist es viel eher suspekt, dass sich eine Cecily so naiv in den Traum vom häuslichen Glück stürzt. Und so scheint diese zwar in Nigel, im treuen Gärtner Hogson (Michael Kausch) und dem Landarzt (Norbert Hecker) potenzielle Retter zur Seite zu haben, aber letztendlich ist sie es, die ganz auf sich allein gestellt ihre Haut und ihr Leben retten muss. 

Die Wandlung Lovells vom Charmeur zum Psychopathen spielt Kekez mit sichtlichem Genuss aus, doch noch beeindruckender ist die Wandlung Cecilys. Das Publikum reagierte zum Schluss mit begeistertem Applaus."

Westfälische Rundschau, Bettina Schack, 27.09.2019​

Traunreut - Verliebt in einen Mörder.

Einen hübsch gruseligen Theaterabend erlebte das Publikum im Saal des Traunreuter k1, wo das Ensemble der »Theatergastspiele Fürth« den Psychothriller »Der Fremde im Haus« präsentiert hat, basierend auf einer Kurzgeschichte von Agatha Christie aus dem Jahr 1934.

... Mit der Besetzung des Bruce hat Thomas Rohmer einen Volltreffer gelandet. ...

Und dann betritt er die Wohnung, groß, blond, gut aussehend und von raumgreifender Präsenz: der leibhaftige Verführer (Saša Kekez). Eigentlich nur als möglicher Nachmieter gekommen, wickelt er mit seiner charmanten, weltmännischen Art Cecily im Handumdrehen ein. Dass dieser Bruce nicht ganz sauber ist bzw. zumindest ein notorischer Lügner, bemerkt sie dabei nicht. Wie auch, sie wähnt sich im siebten Himmel.

Das böse Erwachen findet im dezent möblierten Wohnzimmer des Landhauses der beiden statt. Hier entpuppt sich der vermeintlich Held und Abenteurer rasch als gewiefter Sadist, dem es nicht nur ums Geld geht, sondern der es auch genießt, Macht über einen anderen Menschen zu haben. Cecily hat dem wenig entgegenzusetzen, trotz der Hilfe eines freundlichen Landarztes (Norbert Heckner) und eines fürsorglichen Nachbarn, der sich um den Garten kümmert (Michael Kausch). 

So prägt Saša Kekezs furchteinflößende Darbietung den letzten Teil des Stücks, ein entfesselter Psychopath, der sein Opfer gnadenlos vor sich hertreibt, mit ihm spielt und es verhöhnt, und dem dabei zuzusehen gleichermaßen faszinierend wie erschreckend ist. Doch so wehrlos, wie es scheint, ist Cecily nicht.

Traunsteiner Tagblatt, Wolfgang Schweiger, 28.09.2019

Aalen - "Alles, was einen guten Krimi ausmacht. 

"Der Fremde im Haus" von Agatha Christie kommt in der voll besetzten Aalener Stadthalle bestens an.

Alles, was einen guten Krimi ausmacht, hat "Der Fremde im Haus" von Agatha Christie in der voll besetzten Aalener Stadthalle geboten: Liebe, Erotik, Geld, einen Frauenmörder und zum Schluss eine überraschende Wendung. Das Ensemble der Theatergastspiele Fürth unter der Regie von Thomas Rohmer hat dieses Stück sehr engagiert auf die Bühne gebracht.

Hervorzuheben sind die hervorragenden schauspielerischen Leistungen der beiden Hauptakteure Sasa Kekez als "Fremder im Haus" und von Sarah Elena Timpe als dessen Geliebte Cecily, aber auch die anderen Akteure - Michael Kausch, Markus Baumeister, Norbert Heckner, Franziska Janetzko und Johanna Liebeneiner - wussten zu gefallen und drückten der dramatischen Handlung ihren Stempel auf. 

... Cecily lässt sich zur Blitzheirat verleiten und zieht mit Bruce in ein einsames Landhaus. Was dann passiert, ist ein Psychodrama erster Güte zwischen den Ehepartnern. Erotischen Momenten folgen aggressive Ausbrüche von Bruce, der Cecily ganz für sich allein haben will. ... Das Spektakel zwischen den beiden entspinnt sich weiter, die Nerven liegen blank. Cecily versucht sich selbst als Mörderin darzustellen, doch darauf fällt Bruce nicht herein. Letztlich gelingt es Cecily ihren Widerpart derart emotional zu überfluten, dass dieser einer Panikattacke zum Opfer fällt und stirbt. Ein Krimi ohne Leiche, das geht auch bei Agatha Christie nicht."

Aalener Nachrichten, Edwin Hügel, 14.11.2019

Aalen - "Der Mörder ist nicht immer der Gärtner. Aalens Theaterring hat sich eine der ganz großen Krimiautorinnen ins Haus geholt: Agatha Christie. Allerdings kommen mit ihr nicht die detektivische Unterhaltung mit Miss Marple auf die Bühne, sondern ein Psychothriller, der alte Klassiker "Der Fremde im Haus". Eine spannende Geschichte, inszeniert von Thomas Rohmer für das Tourneetheater Fürth, in mehreren Akten und mit dramatischen Szenen. Letzteres die entscheidende Voraussetzung für einen  amüsanten (trotz des Genres) wie spannenden Theaterabend. Auch weil, wie es Theaterkritiker Alfred Kerr einst treffend formulierte, Kriminalstücke gleich drei Vorzüge haben. "Primo: Das Publikum wird ethisch gebesserte - insofern der Schuft sein Fett abkriegt! Secundo: Das Publikum wird gespannt - als Entspannung vom Daseinsernst. Tertio: Das Publikum wird geneckt, Scharfsinn gekitzelt, Assoziationskraft gemeidigt."

Klingt wie Agatha Christie ins Stammbuch geschrieben. Auf der Bühne jedenfalls beginnt alles harmlos, gar freudig, denn die junge Cecily (zunächst schön naiv und blauäugig, am Ende listig und gewieft von Sarah Elena Timpe gespielt) gewinnt im Lotto und will gerade eine Weltreise antreten, als Bruce Lovell (der Name ist Programm und Saša Kekez die Idealbesetzung, gelingt ihm doch überzeugend der Wechsel von Dr. Jekyll zu Mr. Hyde) in ihr Leben tritt. Ganz allmählich nur entwickelt sich die zunächst an eine Komödie erinnernde Geschichte zu einem packenden Psychothriller, bei dem es um mehr geht, als nur um Cecilys Millionen. Nur Stunden nach ihrer Bekanntschaft mit Bruce löst Cecily ihre Verlobung mit dem biederen Nigel (Markus Baumeister), um sich mit Herz aber ohne Verstand in eine Beziehung zu Bruce zu stürzen, die dank Selbstaufgabe in einer Blitzhochzeit endet. Blind vor scheinbarem Liebesglück verfällt sie dem Charme von Bruce, obwohl sie über den ihr fremden Mann nichts weiß. Zugleich schlägt sie alle Warnungen ihrer besten Freundin Mavis (Franziska Janetzko) und von Tante Loo-Loo (Johanna Liebeneiner) in den Wind, sodass Bruce Lovell sein perfides Vorhaben ungestört in die Tat umsetzen kann.

Das Publikum weiß zu diesem Zeitpunkt allerdings längst, dass er in Wirklichkeit nicht der ehrliche Liebhaber, den er vorgibt zu sein, ist, sondern ein sadistischer Serienmörder, der kaltblütig allzu vertrauensselige Frauen ermordet. Ob es soweit kommt, lässt sich aus den bis dato meist netten Dialogen indes nicht schließen. In bestimmten Situationen scheint sich allerdings bereits etwas zusammenzubrauen, dann dröhnt stakkatohaft einsetzende Musik aus dem Off, um daran zu erinnern, dass hier keine Liebeskomödie gespielt wird. Spätestens  im zweiten Akt sind schließlich alle Zweifel verflogen: Cecily findet sich in einem abgelegenen Cottage wieder. Die schöne Scheinwelt zerbröselt unter Bruces seltsamem Verhalten. Als die Attacken zunehmen, er immer häufiger die Kontrolle verliert, erkennt Cecily, in welch großer Gefahr sie sich befindet, zumal Bruce ihr die Schuld für seine Ausbrüche gibt.

Insgeheim fiebert er wahnhaft auf den Mord an Cecily hin, von dem er sich eine Art inneren Erlösung erhofft. Agatha Christie schreibt ihm allerdings unverblümt die Lust an Geld, Macht und Erotik ins Portfolio. "Es geht um die Macht, um dieses göttliche Gefühl", bricht es denn auch in einer beklemmend wirkenden Szene aus ihm heraus.  Cecily bleiben nur zwei Optionen: Opfer sein oder sich wehren. Mit Agatha Christie hat sie die richtige Autorin an ihrer Seite, die vor allem eines beherrscht: einen rigorosen Spannungsbogen, den sie mit allerlei Überraschungen zu unterfüttern versteht. Denn so wie zunächst vermutet, kommt es eben in diesem Krimi nicht.  Die Spannung wächst und hält sich im Wortsinne bis zur allerletzten Minute. Der Kontrollverlust und die darauf folgenden Wutausbrüche von Bruce sorgen bei manch einem Zuschauer für Gänsehaut. Machtberauscht lässt Bruce seine sadistischen Phantasien aufblühen, greift nach dem Würgeschal. Doch längst ist aus der naiven Cecily eine überlebenskluge geworden, die um ihre Ausweglosigkeit weiß. Der Scheherezade gleich erfindet sie Geschichten, um Bruce vom Morden abzuhalten, dichtet sich dabei phantasiereich ein Mördergen an, zerrüttet über vorgeblich eigene Grausamkeit nach und nach das Nervenkostüm ihres potenziellen Mörders, bis er schließlich seinem eigenen Wahn zum Opfer fällt. 

Es darf aufgeatmet werden. Agatha Christie und mit ihr das spielfreudige Ensemble haben treffliche Arbeit geleistet und zwei Stunden lang bestens unterhalten. 

Halt! Da war noch `was! Genau, ein Gärtner ist noch dabei. Entgegen aller Vermutungen ist er jedoch nicht immer der Mörder (Reinhard Mey lässt grüßen), aber dem Publikum ist er schon wohlbekannt. Der in Aalen lebende Schauspieler Michael Kausch stellt nämlich den freundlichen Blumenliebhaber und dienstbeflissenen Gartenmann dar. Eine Rolle, die ihm wie auf den Leib geschnitten ist und die er mit gärtnerischem Leben füllt."

Aalener Kulturjournal, 15.11.2019

Aalen - "Showdown mit Horror und Blut. ... Die Inszenierung gefällt, das Publikum der gut ausgelasteten Stadthalle freut sich mit kräftigem Schlussapplaus über zwei Stunden feiner Abendunterhaltung."

Schwäbische Post, Rainer Wiese, 14.11.2019

Kevelaer - "Psycho-Kammerspiel. "Der Fremde im Haus" überzeugt mit sehr gutem Schauspiel.

Eigentlich ist alles da für eine fröhliche Schmunzelte. Eine junge, naive Frau mit Hunger nach Leben, der langweilige Verlobte, die geschwätzige Tante, die besorgte beste Freundin, ein rühriger Gärtner, ja selbst der Landarzt, das einsame Cottage und Lottogewinn fehlen nicht - und natürlich ein geheimnisvoller, schöner Fremder. Man will sich gar nicht ausmalen, was hier sonntagabends über die Mattscheibe flimmern könnte. Doch erfreulicherweise hat sich in diesem Falle eine englische Königin auf ihre unnachahmliche Art die klassischen Charaktere und Szenarien untertan gemacht: Agatha Christie, die "Queen of Crime". Und so ist "Der Fremde im Haus" ein veritabler Psychothriller geworden, nach einer Short-Story Christies (Als "Love from a Stranger" verfilmt 1937, deutsch von Michael Raab, bearbeitet von Regisseur Thomas Rohmer). Das Ensemble der "Theatergastspiele Fürth" setzte es auf der großen Bühne im Kevalaer Bühnenhaus kongenial um. ... Die wahre Herausforderung dieses für ein Agatha-Christie-Stück recht stringent und überraschungsarm geschriebenen Thrillers liegt in der Darstellung der Entwicklungen der beiden Hauptcharaktere. Sarah Elena Timpe setzt diese differenzierte Entwicklung der Cecily Harrington exzellent um und auch Sasa Kekez vermag als Bruce Lovell zu überzeugen. Die weiteren Darsteller füllen ihre recht eindimensionalen Rollen nicht minder engagiert und plausibel aus. 
Den wahren Nervenkitzel hat sich Christie, einer Pointe gleich, für das buchstäbliche Ende aufbewahrt und so endet dieses Stück ohne Schuss mit einem Knall. Das Kevelaer Publikum belohnte die solide Ensembleleistung mit langanhaltendem Applaus."

Kevelaer Blatt, Michael Nicolas, 21.11.2019

Röthenbach an der Pegnitz - Agatha Christies-Thriller „Der Fremde im Haus“ erzeugte in einer Inszenierung von Thomas Rohmer in der Karl-Diehl-Halle in Röthenbach Gänsehaut beim Publikum. Das Schauspielensemble aus Sasa Kekez, Sarah Elena Timpe, Johanna Liebeneiner, Michael Kausch, Norbert Heckner, Franziska Janetzko und Markus Baumeister wurden mit einem großen Schlussapplaus verabschiedet. ... Thomas Rohmer, für Regie und Kostüme verantwortlich, saß selbst im Publikum und freute sich sehr über die positive Akzeptanz und die überzeugende Wirkung auf der großen Bühne. 1992 gründete er die Theatergastspiele Fürth. 27 Jahre später ist sein Theater eines der großen im deutschsprachigen Raum. ... Er habe sich talentierte und bekannte Schauspieler geleistet und sei nun sehr erfreut, dass sie so perfekt die Charaktere spielen und genau passen. „Wir brauchen den Erfolg, wir sind ein Privattheater!“, resümmiert er. Mit dieser gelungenen Inszenierung wird das Ensemble den Erfolg auch haben."

Pegnitz Zeitung, Edith Link, 01.10.2019

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