FRÜHERE PRODUKTIONEN

Sensibler Knüller
Thomas Rohmer inszenierte Vaszarys Liebensabenteuer "Monpti"

Als begeisterter, rückhaltslos gemütsstarker Schauspieler und einfallsreicher Regisseur hat sich Thomas Rohmer schon mehrmals erwiesen. Mit ihm in Titelrolle und Regie gedieh nun Gábor von Vaszarys Zweipersonenstück "Monpti" (Mein Kleiner) zum Knüller. An drei Abenden hintereinander sorgte es in Fürth für ein brechend volles Haus. Bis zum März werden die Theatergastspiele Fürth damit durch ganz Franken touren. Den Bombenerfolg kann man schon jetzt prophezeihen.
Das Stück, das Vaszary im Untertitel schlicht die "Geschichte einer Liebe" nennt, wurde von Helmut Käutner mit Romy Schneider und Horst Buchholz verfilmt und ist daher eines der bekanntesten aus Vaszarys Oeuvre, in dem sich Witz und Mitgefühl stets liebenswert verschwistern. (...) Der Regisseur erweiterte das Stück um eine stattliche Reihe französischer Großstadt-Typen in kleinen Charakterrollen, gab der Aufführung damit zusätzliche Farben und witzige Schlaglichter. Die Bühne platzte fast aus den Nähten durch die Fülle an wechselnder Kulissen. (...) Vaszary und mit ihm Rohmers Regie lassen die Liebe in "un-irdischer Schönheit" erblühen. (...) Die Trauerszenen um die verunglückte Freundin baut Rohmer mit starkem Mimenspiel aus. Das nimmt gefangen. Dem traurig liebenden Paar schusterte der Regisseur ideenreich eine ganze Schar weiterer Typen zu, die die Szene am Rande mit buntem Leben anreicherten. Wunderschön das kleine Freundschafts-Erlebnis mit dem einsamen Jungen samt rumpelnden Autoausflug vor der Rampe. (...) Frecher, stets lachend quittierter Gag war das in diversen Varianten witzig, brünstig auftauchende Schwulen-Paar. Am Ende bewegt sich ein Trauer-Fackelzug durch den Saal hinauf zur Galerie. (...) Eine stimmige Aufführung. Man genoss sie sogar als uneingeschränkt zügiges Lustspiel-Erlebnis, das vollauf begeisterte. Und danach bestach viel Differenziertheit in leisen Tönen".

Fürther Nachrichten, Ethelinde Wörthmüller, 19.11.1997

 

 

Frischer Nonsens

Theatergastspiele Fürth inszenierten Ray Cooneys Farce "Taxi Taxi"

 

(...) Thomas Rohmers "Theatergastspiele Fürth" brachten das schäumend witzige Stück jetzt auf die Bühne der Stadthalle Fürth, und alle drei Vorstellungen waren bereits seit Monaten ausverkauft.

Rohmers lockerer menschlicher Humor zieht wie ein Magnet und seine Inszenierungen sprudeln vor Ideen.

Schon wie die vielen Damen beim lebensfrohen John Smith in London (Thomas Rohmer in der Hauptrolle) aus- und eingehen, wie sie lachen, quieken und auch mal wütend laut schreien: es ist eine Lust, dieser jungen, frischen Crew zuzuschauen.

Cooney freilich nimmt alles Lustige und Verrückte auf die Schippe, ob Liebes- oder Geldprobleme. Er garniert das mit Kaskaden toller Missgeschicke, so dass man im Parkett vor Lachen brüllt. (...) Rohmers achtköpfige Schauspieler-Crew war mustergültig vorbereitet. (...)

Rohmers Regie fügte zur relativ kargen Handlung Zutaten in sprudelnden Mengen. Da dieses Stück davon lebt und erst damit so richtig zu blühen beginnt, passte hier alles nahtlos ins Ganze.

Das Bühnenbild stellte zwei krass verschiedene Londoner Stadtteile auf Tuchfühlung nebeneinander. Zwischen den bieder geblümten Tapten hier und den kühlen metallischen Kugelelementen dort rennt das Auge fiktive Kilometer weit in Sekundenschnelle. Als das Sofa umkippt, liest man auf der Unterseite "Bei Hempels". In diesem Umfeld kochen Beziehungsprobleme bis zum Cooney-typischen britischen Nonsens über, und man findet gar noch den "Rollstuhl im Rucksack" fast realistisch.

Trotz Nonsens strahlen die Schauspieler Herzlichkeit aus. (...) und obenan Taxifahrer John Smith, den Rohmer mit Fluten leiser Töne und reicher Mimik stimmig macht wie im privatesten Gespräch. (...)

Begeisterter Beifall war dem turbulenten Beinahe-Slapstick sicher und hochverdient.

 

Fürther Nachrichten, Ethelinde Wörthmüller, 14./15.11.1998


Nervenkitzel ohne Knalleffekte
Thomas Rohmers gelungene Inszenierung des Thrillers "Das Haus im Nebel" sorgte für Hochspannung

Peter und Jacqueline Roland sind auf der Flucht vor der Polizei, denn Peter hat einen Mord begangen. Als sie nach einem Autounfall "Das Haus im Nebel" erreichen und dort auf das seltsame Ehepaar Paul und Lydia Marlowe treffen, beginnt ein nervenzerreißender Psychothiller - den Thomas Rohmer und seine "Theatergastspiele Fürth" nun als deutsche Erstaufführung an drei Abenden in der Fürther Stadthalle zeigten.
Autorin Sylvia Rayman kommt bei ihrem "Haus im Nebel" (fast) ohne Knalleffekte aus, konzentriert sich statt dessen darauf, das Verhalten von Menschen in Extremsituation zu zeigen. Und auch Thomas Rohmers Inszenierung setzt ganz auf Hintergründigkeit (...) Mag die Truppe auch sehr jung sein: mit Jungtheater hat dieses sinstre Spiel um menschliche Leidenschaften und Abgründe jedenfalls nicht das Geringste zu tun. Thomas Rohmer gibt seinen Peter Roland als ziemlich skrupellosen Widerling, dessen großspurige Macho-Fassade immer dann selbstmitleidiger Weinerlichkeit weicht, wenn ihm wieder einmal klar wird, dass er mit einem Mord - wenn gleich im Affekt begangen - sein Leben verpfuscht hat.
Seine Frau Jacqueline ist für ihn Klagemauer und Werkzeug, eher Objekt denn menschliches Wesen.
(...) Hochspannung und subtiler Horror werden bis zum überraschenden Schluss aufrecht erhalten. Ein echtes Theater-Highlight."


Fürther Nachrichten, Hans von Draminski, 31.05.1999
 


Gefährliche Spiele
"Die Todesfalle" der Theatergastspiele Fürth in der ARENA

Sidney Bruhl ist schwul. Aber das weiß der Protagonist in Ira Levins Kriminalthriller "Die Todesfalle" klug zu verbergen. Zumal wenn ihn Thomas Rohmer, Prinzipal der "Theatergastspiele Fürth" darstellt. Das sinistre Spiel um den abgehalfterten Kriminalschriftsteller Bruhl, der zusammen mit seinem jungen Liebhaber Clifford Anderson seine Frau Myra in den Tod treibt, wurde in der Nürnberger Cinecittà erstmals aufgeführt - eine bemerkenswerte Premiere bildet die flott inszenierte Produktion der "Theatergastspiele Fürth". Die Kinofassung in Starbesetzung wird für den Herbst erwartet. Ob die Eliteriege amerkanischer Hollywood-Darsteller allerdings per Millionenbudget jene spritzige Mischung aus Spannung und Komik zu realisieren vermag, wie es die Truppe um Thomas Rohmer mit sparsamen Mitteln zuwege brachte, steht in den Sternen...

Forum, Ausgabe August 1996, HvD