Jürgen Heinrich

Er ist Kult. Der Schauspieler Jürgen Heinrich, der sich als allein erziehender Kommissar Andreas Wolff in der gefeierten Krimi-Serie „Wolffs Revier“ in die Herzen der Zuschauer spielte.

 

Jürgen Heinrich wird am 20. August 1945 in Gross-Godems, bei Parchim geboren. Er wächst bei seiner allein erziehenden Mutter in Neustrelitz, Magdeburg und Berlin auf; sein Vater gilt als vermisst. Nach seiner Schulausbildung lässt er sich als Stahlschiffbauer ausbilden.

 

Jürgen Heinrich beginnt 1965 ein Schauspielstudium an der Theaterhochschule in Leipzig. Nach dem Abschluss seines Studiums 1970 führen ihn Theater-Engagements an Theater in Halle, Zwickau und Neustrelitz. In Zwickau spielt er große und interessante Rollen, unter anderem den Jakob Filter in "Die Aula" nach Hermann Kant sowie in den Bühnenstücken "Der Kreidekreis" und "Stadt in der Morgenröte" nach Rosow. Schließlich arbeitet er am Deutschen Theater in Berlin. In Neustrelitz überzeugt er Kritiker und Publikum in "Cyankali" und einem 90-Minuten-Non-Stop-Programm.

 

Bereits während seiner Studienzeit holt ihn der Regisseur Egon Günther vor die Kamera. In ABSCHIED (1968) spielt er den Arbeiterjungen Hartinger. Unter der Regie von Ingrid Reschke verkörpert er in KENNEN SIE URBAN? (1971) ebenfalls eine kleine Rolle. Mit ZUM BEISPIEL JOSEF (1974) von Erwin Stranka spielt sich der Schauspieler in die erste Riege der DDR-Darsteller.  In HOSTESS (1975) von Rolf Römer verkörpert er Johannes, ein Mann mit Ecken und Kanten, deren Liebe seine Freundin (Annekathrin Bürger) erst noch genau prüfen muss. Als Johannes schätzt ihn ein Kritiker als überheblich, angeberisch, großspurig und rundum unsympathisch ein. Als draufgängerischer Atsche, der sich als Macho vor den Frauen offenbart, sammelt er in SABINE WULFF (1978) von Erwin Stranka ebenfalls keine Sympathien.

 

In der DDR dreht Jürgen Heinrich 40 Filme, darunter zahlreiche Fernsehfilme. Seit 1979 ist Mitglied des Fernseh-Schauspielerensembles. Ausschlaggebend für seinen Erfolg beim Publikum sind seine Mitwirkung bei den Fernsehfilmen KING-KONG-GRIPPE (1978) in der Reihe DAS UNSICHTBARE VISIER, wo er den Kundschafter Alexander spielt und in der Jugendserie um MARTA, MARTA (1979). In DER NACHTRÄGLICHE HELD (1978) gibt er einen jungen Brigadier, voller Tatkraft und Mut, einen Mann voller Widersprüche. Dazu kommen Rollen in der populären Reihe POLIZEIRUF 110. In der TV-Serie MÄRKISCHE CHRONIK (1983) von Hubert Hoelzke spielt er einen brandenburgischen Dachdecker und KZ-Häftling. Eine seiner letzten Rollen verkörpert er in der sechsteiligen TV-Serie EINZUG INS PARADIES (1987), die erst zwei Jahre nach seinem Weggang aus der DDR, ausgestrahlt wird. Von 1985 bis 1987 arbeitet er am Schillertheater in Berlin. Nachdem er sich bei verschiedenen TV-Sendern bewirbt, erhält er erste Rollenangebote und zählt bald zu den bekanntesten Fernsehgesichtern.

 

Die erste Rolle hat er in der ersten Staffel von PRAXIS BÜLOWBOGEN, gibt einen Toten in einem Schimanski-TATORT und spielt eine stumme Rolle in Wim Wenders DER HIMMEL ÜBER BERLIN (1987). In RÜCKKEHR ZUM LEBEN (1991) von Hans Werner stellt er den Leistungssportler Wolfgang Thom dar, der durch einen Autounfall zeitlebens an den Rollstuhl gefesselt ist.

 

Besonders populär wird er mit der Rolle des allein erziehenden Kommissar Andreas Wolff in WOLFFS REVIER, den er ab 1992 für SAT.1 verkörpert. Die erste eigen produzierte Serie des Privatsenders hält es mehr als ein Jahrzehnt auf dem Bildschirm. Für die Serie arbeitet er auch als Drehbuchautor und probiert sich seit 2000 zudem als Regisseur.

 

Ebenfalls bei SAT.1 spielt er in DIE FALLE (1995) den deutschen Ehemann Peter Fendt, der sich an der Costa Brava in eine Spanierin verliebt.

 

Er spielte in den Fernsehfilmen „Inga Lindström – Entscheidung für die Liebe“, „Rosamunde Pilcher – Wenn Fische lächeln“, „Krabbenkrieg“, „Atempause“, „Friesland – Der Rückkehrer“, „Tod auf der Insel“, „Inga Lindström – Das Geheimnis von Gripsholm“, „Die Stadt und die Macht“, „Inga Lindström – Das Hochzeitskleid“,  oder der ZDF-Serie „Die Spezialisten“.

 

In der ARD-Serie „Weissensee“ war er ebenso zu sehen wie in den Serien „Auf Herz und Nieren“ (Sat1), „Die Spezialisten im Namen der Opfer“ (ZDF), „Morden im Norden – Waldsterben“, „SOKO Leipzig“.

 

Im neuen ARD-Hit „Weingut Wader“ (ARD) ist er in einer der Hauptrollen neben Leslie Malton und Henriette Richter-Röhl zu sehen.

Zu sehen bei den Theatergastspielen Fürth als

 

Präsident in Schillers "Kabale und Liebe"

(Spielzeit 2019/2020)

 

Foto Jürgen Heinrich: Oliver Bete